2026 ist die erste Ausgabe, seit Gälisch zur schottischen Amtssprache ernannt wurde, und noch nie war Seachdain na Gàidhlig so bedeutend und international wie heute.
Joy Dunlop
Leitering von Seachdain na Gàidhlig (World Gaelic Week)
Woher kommt die gälische Sprache?
Gälisch gehört zu den keltischen Sprachen und somit zur selben Sprachfamilie wie Irisch-Gälisch, Walisisch und Manx. Es wird weithin angenommen, dass Gälisch im 5. Jahrhundert von Irland nach Schottland gelangte und sich im Laufe der Jahrhunderte in viele Landesteile ausbreitete. Im Mittelalter war Gälisch im Norden und Westen des Landes und auf den Inseln vor der Westküste besonders verbreitet.
Im späten 18. Jahrhundert folgte auf die turbulenten Jakobitenaufstände die berüchtigte Räumung der Highlands, die sogenannten Highland Clearances. Dabei wurden nicht nur zahlreiche Menschen aus ihrer Heimat in den Highlands verdrängt, es wurde auch alles dafür getan, die gälische Sprache als Teil der schottischen Identität zu unterdrücken. Obwohl die Sprecher der Sprache über Jahrhunderte verfolgt wurden, wird das schottische Gälisch heute noch von etwa 70.000 Schotten gesprochen.
Doune Castle
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Das Vermächtnis der gälischen Sprache
Die gälische Gemeinschaft hat Schottland viele der nationalen Symbole des Landes geliefert, darunter der Kilt, das Tartanmuster, Dudelsäcke, Ceilidhs, Highland Games und Whisky!
Es wird Sie überraschen, wie gut das Gälische im Laufe der Jahrhunderte durch Literatur, Kunst und Folklore aus allen Epochen erhalten geblieben ist, auch wenn es mehr als 200 Jahre lang weitgreifender Unterdrückung ausgesetzt war. Die gälische Kultur ist auch in der modernen Welt sehr lebendig, insbesondere auf den Äußeren Hebriden.
Auch heute können Sie noch:
- gälische Lieder und mitreißende Musik in Pubs und auf der Straße hören.
- zu traditionellen Reels, Jigs und Walzern das Tanzbein schwingen und die einzigartige Atmosphäre bei einem Ceilidh genießen.
- die Geschichte und Bräuche der gälischen Lieder und Musik bei traditionellen Musikfestivals in Schottland kennenlernen.
- aus der gälischen Kultur stammendes (Kunst-)Handwerk entdecken, wie den Harris-Tweed, einen hochwertigen, strapazierfähigen Stoff, der nur auf den Äußeren Hebriden hergestellt wird.
The Lewis Chessmen in Lews Castle Museum, Isle of Lewis
© VisitScotland / Kenny Lam
Wo wird Gälisch heute noch gesprochen?
Am ehesten werden Sie Gälisch in den Highlands und auf den Inseln hören, vor allem auf den Äußeren Hebriden, auf der Isle of Skye und eventuell auch in Argyll & The Isles. Auch wenn es nicht überall aktiv gesprochen wird, begegnet Ihnen Gälisch im ganzen Land, zum Beispiel auf Straßenschildern, und Sie können es im Theater oder in Radio- und Fernsehproduktionen hören. Sogar in den Städten Glasgow und Edinburgh gibt es zahlreiche Menschen, die Gälisch sprechen – fast die Hälfte der gälischsprachigen Bevölkerung lebt in den Lowlands. In Edinburgh können Sie auf dem Edinburgh Gaelic Trail Orte mit einer besonderen Verbindung zur gälischen Sprache entdecken.
Gälische Ortsnamen
Die gälische Sprache zieht sich wie ein roter Faden durch die schottische Landskarte. Viele gälische Ortsnamen beschreiben die Landschaft um die Orte herum. Hier sind einige Beispiele:
- Glasgow – Glaschu: grünes Tal (Glasgows Spitzname ist „lieber, grüner Ort“)
- Aberdeen – Obar Dheathain: Mündung des (River) Don
- Ardnamurchan – Àird nam Murchan: Landzunge der Seehunde
- Ben Nevis – Beinn Nibheis: giftiger/bösartiger Berg




